Awards und Preise:
Die meisten Awards, mit denen viele angebliche Keynote Speaker werben, laufen nach folgendem Schema ab: Irgendeine Agentur oder ein Eventveranstalter nominiert wahllos unzählige Kandidaten in diversen Kategorien, z.B. „Keynote Speaker des Jahres“. Die Nominierten sollen dann in ihrer Zielgruppe ordentlich trommeln und zum Voting aufrufen. Dazu muss man sich zum Voting natürlich beim Veranstalter anmelden, der bekommt so neue Leads …
Mitgliedschaften:
Als Speaker kann man in diversen Organisationen und Verbänden Mitglied sein und so ein dekoratives und Qualität versprechendes Siegel erhalten. So gibt es zum Beispiel den Dachverband „German Speakers Association“. Ich bin dort auch selbst Mitglied. Aber das macht mich nicht automatisch zu einem guten Speaker.
„Bestseller“-Status:
Der Begriff des „Bestsellers“ wird heute inflationär verwendet und hat deshalb leider sehr stark gelitten. Entweder wird zusammen mit mehr als 50 anderen Mit-Autorinnen geschrieben (Und jeder hat dabei aus drei alten Newsletter Texten oder copy and paste im Internet 6 ½ Seiten verfasst). Dieses Machwerk (Buch) wird dann als E-Book für 1 Euro bei Amazon verramscht und für 6,95 Euro (reines Porto) als Leadmagnet verwendet und schafft es – natürlich kurzzeitig – auf die „Bestseller“-Liste in irgendeiner irrelevanten Kategorie. (Ist die Nische klein genug, ist jeder irgendwie Marktführer!) Zack – Bestseller! Und ist jeder gute Schreiber ein guter Redner? Ich denke nicht.
Speaker-Ausbildungen/ Zertifizierungen:
In den letzten 10 Jahren sind unzählige Speaker-Ausbildungen am Markt erschienen. Ein Angebot, das Nachfrage schaffen soll … Eine Ausbildung ist sicherlich sinnvoll, aber in keinster Weise ein zwingendes Merkmal eines erfolgreichen Keynote Speakers.
Und Zertifizierungen, die einen als „Keynote Speaker“ oder „Top-Speaker“ darstellen sollen gibt es am Markt mehr als Sand in der Wüste. Einen guten Speaker erkennt man übrigens an einer guten Keynote.